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Wolfgang gegen Goliath

Von Kai Kottenstede

Wahleinspruch!Wie die guten Damen mit dem "Wachturm", so steht Wolfgang Nellen am Donnerstag inmitten der Bonner Alltagshektik vor dem Bundeshaus. Heute ist der letzte Sitzungstag vor der Sommerpause – Grund genug für den Jülicher Bürger sein Anliegen ein weiteres Mal vorzubringen. "Keine Demokratie, keine Rechtsstaatlichkeit, keine Pressefreiheit bei Menschenrechtsverletzungen, die Religionen erklären. Parteien fördern oder schweigen", steht auf seinem Pappschild. Seit viereinhalb Jahren kämpft Wolfgang Nellen für seine Forderungen, die so einfach nicht zu begreifen sind. Aber der 48jährige Erwerbsunfähigkeitsrentner kämpft für die Menschenrechte: "Es geht um die Einlösung der Menschenrechte gegen Folter und erniedrigende Strafen", erklärt er. Vor allen Dingen die Religionen hat er dabei im Visier: "Die Religionen verbreiten Glaubensbekenntnisse, die Folter beinhalten", erzählt er. Ein Auslöser für Wolfgang Nellers Kampf war das katholische Oberhaupt: "Als der Papst vor viereinhalb Jahren mit der Hölle gedroht hat, wollte ich was unternehmen."

Der ehemalige Mitarbeiter der Kernforschungsanlage Jülich schrieb über 50 Zeitungen an, informierte alle Landesminister und versuchte fünfmal beim Bundesverfassungsgericht zu klagen. Bisher alles ohne Erfolg. Doch der an der Nerven und Muskelkrankheit Polineurophatie Erkrankte macht weiter. "Ich glaube an eine Welt, in der gleichberechtigtes Leben möglich ist", sagt er und steht weiter vor dem Plenarsaalgebäude, während deutsche Spitzenpolitiker, Botschafter aus der ganzen Welt und zahlreiche Journalisten und Schaulustige vorbeihuschen. Keiner hindert ihn. Sein Text auf dem Pappschild ist gerichtlich abgesichert – sagt er.

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